Stimmstark durch die kalte Jahreszeit

Wie du deine Stimme bzw. die Abwehrfunktion der Schleimhäute stärken und Entzündungen im Mund- und Rachenbereich vorbeugen kannst.

Ständig versuchen Infektions-Erreger wie Viren und Bakterien in den menschlichen Körper einzudringen. Die Schleimhäute bilden als Teil unseres Immunsystems dabei die erste Barriere gegen derlei Keime.

Sie bekleiden den Nasen- und Rachenraum, aber auch den Rest der Atemwege und werden von Speichel und Schleimsekret vor dem Austrocknen bewahrt. Feine Flimmerhärchen befinden sich an der Oberfläche der Atemwege und transportieren die Sekrete mitsamt der lästigen Erreger wie Viren und Bakterien, wieder hinaus. Dieser mechanische Schutzwall stellt also einen genialen Selbstreinigungsmechanismus dar!

Wenn die Schutzfunktion geschwächt ist, kann es zu einer Infektion mit Krankheitserregern kommen. Dann reagiert das Immunsystem mit Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen, Fieber oder Halsschmerzen bzw. Heiserkeit. Diese dienen dazu den Körper wieder von den Viren oder Bakterien zu befreien. Beispielsweise hilft der Hustenreflex den Schleim und die darin eingeschlossenen Keime aus den Atemwegen zu transportieren.

Für ein gestärktes Immunsystem ist es demnach essentiell unsere Schleimhäute in ihrer Abwehrfunktion zu unterstützen.

In diesem Zusammenhang stellen die Herbst- und Wintermonate eine besondere Herausforderung dar: die niederen Temperaturen machen es den Zellen der Nasenschleimhaut schwer gegen die eindringenden Erkältungsviren anzukommen, wodurch sich diese rascher ausbreiten können. Weiters schafft die Heizungsluft ein trockenes Raumklima, das die Mund- und Rachenschleimhaut austrocknen lässt. Dadurch wird der dünne Sekretfilm der Schleimhaut beschädigt und die Schleimhaut liegt frei. Erreger können in Folge leicht eindringen und zu schmerzhaften Entzündungen im Mund- und Rachenraum führen.

Halsentzündungen vorbeugen

Luftfeuchtigkeit Ist die Luft zu trocken wird die Austrocknung der Schleimhäute gefördert. Die Luftfeuchtigkeit sollte daher mindestens 40% bis etwa 60% betragen. Für die Stimme geht es auch noch feuchter, allerdings besteht dann die Gefahr der Schimmelbildung in Innenräumen. Um die Feuchtigkeit der Luft zu erhöhen gibt es einige Maßnahmen die getroffen werden können:

  • Stelle eine kleine Schüssel Wasser auf die Heizung. Dadurch verdunstet das Wasser und sorgt für eine höhere Feuchtigkeit in der Luft (bitte achte darauf das Wasser regelmäßig auszutauschen, da sich andernfalls Bakterien bilden können). Alternativ kann man Luftbefeuchter im Handel erwerben.
  • Lüfte am besten stündlich für ein paar Minuten mit weit geöffneten Fenstern. So verringerst du auch dadurch das Risiko einer Infektion, dass Bakterien und Viren, die sich bereits im Raum befinden, nach draußen gelangen können.

Schleimhäute feucht halten! Trinkst du täglich2-3 Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt – am besten lauwarm – können die Schleimhäute nicht so leicht austrocknen. 

Sehr empfehlenswert sind auch spezielle Lutschtabletten aus der Apotheke, beispielsweise Isla Moos, Grether’s Pastilles, Emser Pastillen, GeloRevoice oder Eibischteig. Ein Geheimtipp ist außerdem Lakritze in allen Formen und Farben (achtung, Menschen mit Bluthochdruck ist vom Verzehr abzuraten). 

Weiters wirken Inhalationen mit Salz oder auch isotonische Nasenspülungen/ -duschen befeuchtend und reinigend. 

Warm halten Warm eingepackte Füße führen zu einer Steigerung der Durchblutung im ganzen Körper, auch in den Schleimhäuten des Mund- und Rachenraums. So können die Abwehrkräfte der Schleimhäute unterstützt werden.

Was das Immunsystem noch zusätzlich unterstützt 

  • Bewegung an der frischen Luft
  • ausgewogene Ernährung
  • ausreichend Erholungsphasen
  • regelmäßiges und gründliches Händewaschen/ -desinfizieren
  • für die Hartgesottenen: kalt duschen oder eine Wechseldusche – aber nur wenn man sich fit fühlt!

Was tun, wenn es dich trotzdem erwischt hat?

Erstes Anzeichen für beginnende Halsentzündungen sind ein leichtes Kribbeln oder Kratzen im Hals. Der Hals ist gerötet und die Schleimhäute im Hals- und Rachenraum schwellen an. Meist kommt es zu einer verstärkten Schleimbildung. Schluckbeschwerden, Heiserkeit und Schmerzen beim Sprechen treten als weitere Folgen der durch die Erreger hervorgerufenen entzündlichen Reaktion des Immunsystems auf. Meistens handelt es sich bei den Erregern um Erkältungsviren. Bakterien als Auslöser sind eher selten. Diese schleichen sich aber manchmal noch zusätzlich ein, wenn der Körper durch Viren schon einmal geschwächt ist.

Hausmittel gegen Stimmerkrankungen 

Wohltuende, warme Kräutertees beruhigen gereizte Schleimhäute oder verflüssigen das die Keime einschließende Sekret, damit es besser aus dem Körper befördert werden kann. 

Aber welche Kräuter sind gegen welche Symptome gewachsen? 

SPITZWEGERICH, EIBISCH, MALVE enthalten Schleimstoffe, die sich auf die entzündete Schleimhaut legen und dadurch beruhigend und schmerzlindernd wirken. Empfehlenswert sind sie bei Halsschmerzen, Rachenentzündungen und trockenem Reizhusten. 

Die bei SängerInnen recht populäre INGWERWURZEL hemmt Schmerzen und Entzündungen. In Kombination mit einer Zitronenscheibe und etwas Honig kann man sich ein wohltuendes und erwärmendes Getränk zusammenbrauen. 

Aber Vorsicht! Der Ingwer darf nicht zu lange ziehen (mindestens aber 5 Minuten), weil der Tee sonst so scharf wird, dass die Schleimhäute erst recht wieder gereizt werden. Am besten du kostet einmal nach 5 Minuten, damit du besser einschätzen kannst welcher Schärfegrad für dich angenehm ist.

Auch KAMILLE und SALBEI eignen sich aufgrund der entzündungshemmenden Wirkung sehr gut als Mittel bei Entzündungen im Hals- und Rachenraum.

Sind die Atemwege verschleimt helfen unter anderem SÜßHOLZWURZEL, THYMIAN, PRIMEL, FENCHEL und KÖNIGSKERZE beim Verflüssigen des Sekrets.

Bei trockenen Schleimhäuten entfalten HOLUNDER- und LINDENBLÜTEN eine wohltuende Wirkung indem sie die Schleimproduktion fördern. 

Gut zu wissen: HONIG ist wegen seiner desinfizierenden, antiseptischen und beruhigenden Eigenschaften das ideale Süßungsmittel für den Tee.

Die Tees sollten 10 Minuten ziehen, damit sich die Wirkstoffe der Kräuter voll entfalten können. Anschließend warm servieren und mehrere Tassen über den Tag verteilt trinken

Brombeersaft (Selbst gemachter) Brombeersaft eignet sich durch seine entzündungshemmende, adstringierende und blutreinigende Wirkung auch hervorragend zur unterstützenden Behandlung bei Halsschmerzen. 

Für das Rezept presst man den Saft von 150g Brombeeren aus. Die Menge ergibt in etwa einen halben Liter Saft, den man bei Zimmertemperatur genießen kann. Nimm ihn am besten schluckweise zu dir und schwenke ihn langsam im Mund hin und her, damit er seine Wirkung entfalten kann.

Inhalationen mit FENCHEL, THYMIAN, ANIS, EUKALYPTUS und SALZ unterstützen den Abtransport von zähflüssigem, festsitzendem Schleim. 

Der Wasserdampf erwärmt und befeuchtet die Schleimhäute. 

Das Inhalieren hilft grundsätzlich auch bei Kehlkopfentzündungen gut, da die inhalierte Luft samt ätherischen Ölen den Kehlkopf passiert und so lokal wirken kann. Hier sind zusätzlich Inhalationen mit KAMILLE und SALBEI empfehlenswert.

Gurgeln Lauwarme Tees aus SALBEI, EIBISCH. PFEFFERMINZE und KAMILLE eignen sich nicht nur zum trinken, sondern können unterstützend genauso als Gurgelmittel bei Entzündungen im Hals- und Rachenraum eingesetzt werden. Sehr effektiv ist auch (Meer- und Speise)SALZ, ganz gleich ob dem Tee beigemischt oder in Form einer reinen Kochsalzlösung. Dem Salz wird nämlich eine desinfizierende, entzündungshemmende und abschwellende Wirkung zugeschrieben. Etwa ein Teelöffel sollte es dafür pro Glas sein.

Je nach Inhaltsstoffen wird empfohlen mehrmals täglich (3-6 mal) für etwa 5 Minuten zu gurgeln.

Genauso wie die Inhalationen auch, hält das Gurgeln die Schleimhäute feucht und hemmt dadurch die Ausbreitung der Erkältungserreger. 

Halswickel Ein Topfenwickel hemmt Entzündungen, löst den Schleim, lindert Schmerzen und kühlt. Wie er das macht? Bei Kontakt mit der Haut wird Milchsäure gebildet, welche die Poren öffnet und zu einer Anregung der Durchblutung führt. Wenn sich der Topfen dann durch die Körperwärme erwärmt, neutralisiert er Entzündungen und hilft beim Lösen von Schleim. 

Sollten die Symptome trotz der Behandlung mit den Hausmitteln nicht nach wenigen Tagen besser werden oder sich sogar verschlimmern, sollte man ärztlichen Rat einholen.

Hast du andere Fragen zur Pflege und Gesunderhaltung der Stimme? Ich versuche dir deine Fragen gerne im Rahmen des Unterrichts zu beantworten!

 Alles Liebe, Anna

© Text Anna Lindenberger

© Foto Lukas Lindenberger